
In den Werken des hannoverschen Künstlers Klaus Weiße werden aus Modelliermasse, Pappmaché, Gips, Ateliermüll und gefundenen Gegenständen Szenarien und kleine Geschichten geformt – Energy From Waste eben, ein Paralleluniversum. In seinen Arbeiten spiegeln sich der Aber- und Wortwitz der modernen Konsumgesellschaft wider und werden in einem realsatirischen Panoptikum vereint. Präsentiert wird das Ganze in teils humorig, teils sarkastisch, teils bitterbösen Objekten und Modellminiaturen. Da schiebt der „Heinz“ seine Rollatorwalze über’n Asphalt, während seine Kollegen schaufeln und Schubkarre fahren. Da sieht man einen Maler, auf einer elend hohen Leiter ohnehin auf verlorenem Posten, eine Wand bearbeiten und ein Klugscheißer auf Stelzen textet ihn zu. Auch die Abfertigungspraktiken in so mancher Zahnarztpraxis werden auf’s Korn genommen. Denn während der Patient schon im Behandlungsstuhl sitzt, erfrischt sich die Zahnärztin erstmal mit einer Prise Koks. Bei einem anderen Modell wiederum fragt man sich, woher wohl dieser fiese rote Fleck auf der Sonnenliege kommt, während Scherben herumliegen, der Wind durchs Fenster weht und alles auf Unappetitliches schließen lässt. Außerdem werden Teile der Galerie zu Schaukästen verwandelt, um die wirklich wichtigen und prekären Dinge im Leben schonungslos ins rechte Licht zu rücken. So wird z. B. ein Karussell, gespickt mit Teppichmesserklingen zu den Klängen von AC/DC’s Highway To Hell im Schaufenster der Galerie seine Runden drehen. Ein weiteres Highlight der Ausstellung sind die von Klaus Weiße gestalteten Fotoalben, die dem alltäglichen Wahnwitz huldigen um klar zu stellen: so ist der Mensch und er kann irgendwie auch nichts dafür. Kurzum: wer einem gewissen dadaistischen Humor etwas abgewinnen kann, und die mediale Verwahrlosung durch das Fernsehen längst durchschaut hat, kommt bei dieser Ausstellung absolut auf seine Kosten und wird sich an der einen oder anderen Stelle ein bitteres Lachen nicht verkneifen können.
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Geschrieben von n.schumacher •
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Anlässlich seiner aktuellen „The Wrong Brain“- Tour ist mit MADE FOR CHICKENS BY ROBOTS aus Australien eine der schrillsten Figuren der internationalen One Man Band- Szene in der GALERIA LUNAR zu Gast. Mit Gockel- Mütze ausgestattet bearbeitet er seine Gitarre frei nach dem Motto „Wer stimmt hat Angst“, sagt dem Publikum „Shit Your Pants And Dance And Make A Shit Shake“ und produziert dabei eine abgedrehte Mischung aus Lo-Fi- Blues, Ragtime Trash und Captain Beefheart- Anleihen. Hierbei wird der Gesang durch ein Megaphon geschickt und ein alter Koffer als Bassdrum bearbeitet, wobei die ganze Show hin und wieder in dicken Nebelschwaden versinkt. MADE FOR CHICKENS BY ROBOTS wurde in Deutschland übrigens beim „Bremen One Man Band- Festival“ 2008 bekannt, wo er gemeinsam mit Acts wie Dead Elvis, Becky Lee und The Dead Horse Experience das Programm bestritt und ist Mitglied der Band Puta Madre Brothers, die bereits in Hannover zu sehen war. Die neue CD „The Wrong Brain“ ist soeben erschienen und wird in der GALERIA LUNAR vorgestellt.
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Geschrieben von n.schumacher •
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